Kommissionsgeschäfte

Politik | ADELHEID WÖLFL | aus FALTER 26/04 vom 23.06.2004

EUROPA Die Regierungschefs konnten sich vergangene Woche auf eine Verfassung, nicht aber auf einen Kommissionspräsidenten einigen. Was lief schief? 

Beim Abendessen wagte Bertie Ahern, der konziliante irische Ratspräsident, nicht einmal, einen Namen zu nennen. Denn noch bevor Spargel und Lamm serviert wurden, war eines schon klar: Die Regierungschefs wollten sich nicht einigen, sondern streiten.

  Zwei Fraktionen hatten ihre Kandidaten schon längst in Stellung gebracht, nicht so sehr um ihren Favoriten zum Kommissionspräsidenten zu machen, als vielmehr den der anderen zu Fall zu bringen. Vordergründig ging es um das Match Chris Patten gegen Guy Verhofstadt. Dahinter blitzten Machtkämpfe auf: zwischen den "Atlantikern" und den "Kontinentaleuropäern", den Irak-Kriegern und ihren Gegnern, dem neuen und dem alten Europa, den Apologeten des Nationalstaates und den proeuropäischen Integrationisten.

  EU-Außenkommissar Chris Patten, der von Tony Blair, Silvio Berlusconi und einigen


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