Irgendwer muss es tun

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 26/04 vom 23.06.2004

ISRAEL Nach Terroranschlägen sammeln sie Leichenteile ein und leisten erste Hilfe. Mitglieder des Vereins Zaka besuchten kürzlich Wien. 

Vielleicht wollen sie sich das ansehen?", fragt Moshe Meshi Zahav und schiebt einen Stapel Fotos über den Tisch. Herr Zahav tut dies ohne besondere Vorwarnung. Für ihn gehören sie wohl zum Alltag. Sie zeigen israelische Linienbusse nach Selbstmordanschlägen - und zwar bevor Helfer die Opfer weggebracht haben. Man sieht verkohlte Mütter mit Babys im Arm, Schulkinder mit herausgerissenen Eingeweiden, wimmernde Menschen, die auf ihre abgerissenen Gliedmaßen deuten. Inmitten dieser Szenen stehen Helfer in gelben, leuchtenden Westen. Herr Zahav ist einer von ihnen. Mit einer Spachtel löst er einen Körperteil von einem ausgebrannten Bus. Moshe Zahav sagt: "Irgendwer muss diese Arbeit schließlich machen. Wer keinen Respekt vor den Körpern der Toten zeigt, der respektiert auch nicht die Lebenden."

  Zahav ist Mitglied der israelischen Hilfsorganisation


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