"Ein bisschen sadistisch"

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 26/04 vom 23.06.2004

FOTOGRAFIE Die Wiener Fotografin Friedl Kubelka, der in der Fotogalerie Wien eine Werkschau gewidmet ist, misstraut nicht nur dem "guten" Foto, sondern überhaupt dem Einzelbild. Ihre Arbeiten erstrecken sich über Tage, Jahre und Jahrzehnte und sollen das Leben schöner machen. 

Auf dem Katalog zur Werkschau in der Fotogalerie, in der Arbeiten aus den letzten vierzig Jahren gezeigt werden, prangt ein Foto, das nicht nur unscharf, sondern - wie man so sagt - auch "ungünstig" ist: Einen Wellnessurlaub würde man dieser Frau jedenfalls nicht abkaufen - eher schon: spendieren; jedenfalls sieht es so aus, als könnte sie ihn brauchen. Dabei sind die Probleme nicht in erster Linie kosmetischer Natur, denn in erster Linie würde man gerne den strengen und verbitterten Blick gemildert sehen.

  Aber Friedl Kubelka ist nun einmal streng. Nicht im persönlichen Umgang, aber in ihrer Arbeit. Und sie ist streng zu sich. "Ich habe einfach das schlechteste Foto genommen", erklärt die Fotografin.


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