Vorname: Monsieur

Kultur | GERHARD MIDDING | aus FALTER 26/04 vom 23.06.2004

FILM Ein Viennale-Special im Gartenbaukino würdigt den französischen Komiker und Zivilisationskritiker Jacques Tati. 

Den Fernsehsendern beschert die Ausstrahlung seiner berühmten Filme regelmäßig eine lehrreiche Enttäuschung. Auf dem kleinen Bildschirm wollen sie einfach nicht funktionieren. Ihr langsamer Rhythmus verlangt einen Grad an Aufmerksamkeit, der sich nicht dem Diktat der Fernbedienung unterwerfen mag. Wer "Playtime" im Fernsehen gesehen hat, hat ihn eigentlich nicht gesehen.

  Jacques Tati fällt auf, was andere schon nicht mehr bemerken. Aus den alltäglichsten Situationen und Gegenständen schlägt er humoristische Funken. Seine Spötteleien sind demokratisch. Für jede Figur findet er das ihr angemessene Missgeschick, und in seinem Meisterwerk "Playtime" (1967) darf sogar der Blick des Zuschauers wählen: Jeder kann sich in den Tableaus des Films den Gag aussuchen, der ihn am meisten interessiert. Auf der großen Leinwand gewinnt er eine ganz eigene Aura. Tati hat


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