OHREN AUF! Alte-Musik-Rezepte

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 26/04 vom 23.06.2004

Man nehme irgendein Gemälde aus der Zeit zwischen Renaissance und Rokoko, wähle einen ungewöhnlichen Ausschnitt und dazu eine möglichst edle Schrift - fertig ist das Standardcover für die Alte-Musik-CD. Dutzende von Firmen nutzen den Barockboom der letzten Jahre und überschwemmen den Markt mit genau nach diesem Rezept gestalteten Platten; und egal, wie gut die - oft direkt aus einem Archiv geborgene - Musik darauf tatsächlich ist, schaut das Ganze dann doch irgendwie toll und exklusiv aus.

Auch der Wiener Geiger Rainer Ullreich wählte diese Optik für die bislang drei Veröffentlichungen seines kleinen Labels Musica Riservata (www.BocksMusicShop.at), auch er hat sich darauf spezialisiert, meist nicht ganz zu Unrecht Vergessenes aus dem 17. und frühen 18. Jahrhundert wieder zugänglich zu machen, und doch unterscheidet sich sein Label deutlich vom Gros der Konkurrenten: einerseits natürlich durch den Sympathiebonus des privaten Fanatikers, aber auch durch die ganz hervorragenden,


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