Schnürlsamt & trocken Brot

Kultur | ROBERT ROTIFER | aus FALTER 26/04 vom 23.06.2004

LONDON SOUNDFILES Väterlichkeit und schwuler Sex, Selbsthilfe-Lyrik und Depression, Yin und Yang: Was die neuen Songs von Badly Drawn Boy, Hidden Cameras und Kings of Convenience trennt und vereint. 

Vielleicht ist es der anhaltende Einfluss von Brigitte Xanders epochaler Show "Bitte zu Tisch". Oder der Diskurs geht durch den Magen. In jedem Fall haben Popmusiker erstaunlich oft was zu Essen am Schoß, wenn sie vollmundig über ihre Werke plaudern sollen. Eirik Glambek Boe ehrt diese Tradition mit einer kalten Quiche, die er skeptisch mit der Plastikgabel seziert. "Die Quiche schmeckt nach Ei", sagt der am Ufer des tröge vorbeifließenden Regent's Canal sitzende Norweger. "Sie sieht nicht aus wie Ei, aber sie schmeckt danach. Und der Mais kommt aus der Dose und schmeckt gar nicht. Ich weiß nicht, warum die Leute Mais in Dosen tun."

  Nicht der spektakulärste Beginn eines Interviews, aber sein stoischer Akzent lässt jede von Boes Beobachtungen überzeugend tiefgründig klingen, selbst


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