Fragen Se Frau Andrea

T-Tag

Stadtleben | aus FALTER 26/04 vom 23.06.2004

Liebe Frau Andrea,

das "D" in "D-Day" wird auf verschiedenste Arten interpretiert, manchmal als "Deliverance", dann wieder als "Debarkation". Nun hab ich gehört, das "D" habe gar keine wörtliche Bedeutung, sondern stehe, wie in der Algebra, einfach für den "Tag d" (so wie auch "h" für "die Stunde h"). Was wissen Sie denn so darüber?

Ben Gusich,

Internet

Lieber Ben,

über die Bedeutung des "D" in "D-Day", dem Synonym für den 6. Juni, die Landung der Alliierten in der Normandie, gibt es einen ganzen Sack von Erklärungen: "Day of the Days" (Tag der Tage), "Day of Decision" (Tag der Entscheidung), "Doom Day" (Tag des Jüngsten Gerichts). Alle diese Erklärungen machen Sinn, die Wahrheit jedoch ist banal wie vieles im militärischen Kontext. "D-Day" bedeutet schlicht "Day Day". Damit bezeichnen Marsens Bürokraten den Tag im Ablauf einer militärischen Operation, von dem das genaue Datum noch nicht feststeht. Analog dazu heißt die Stunde einer bestimmten Aktion "H-Hour". Im Französischen, das sich generell einer aufgeklärten Sprache bedient, heißt der 6. Juni deswegen auch "Jour-J" (T-Tag). Das Deutsche hat aus historischen Gründen die US-Terminologie übernommen, nicht ohne damit den Anstoß für eine neue Klasse von Begrifflichkeiten zu geben. Neben dem G-Punkt (in der Vagina) sucht Deutschland gerne Antwort in der K-Frage (in der Sozialdemokratie bzw. Union). Analog dazu wird in der SPÖ gerade die G-Frage breit erörtert.

"Fragen Sie Frau Andrea" gibt es auch als Falter-Buch! dusl@falter.at


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige