TIER DER WOCHE

Pfeifenköpfe


PETER IWANIEWICZ
Stadtleben | aus FALTER 26/04 vom 23.06.2004

Gott sei's getrommelt und gepfiffen", diese Redensart ist ja wohl das Motto der nächsten beiden Wochen bei der Fußball-Europameisterschaft in Portugal. Vor allem über die Pfiffe der Schiedsrichter ist man bereits jetzt unzufrieden, und die zahllosen Experten an allen Wirtshaustischen ereifern sich über die Pfeifen in Schwarz. Keine Angst, meinereiner besitzt keine Lizenz als Fußballauskenner, hier findet der geplagte Leser vielmehr eine Wallstatt für Fußballhype-Hasser, wo das euphorisierte Getröte und Getrommle der Massen als inbildlose Ekstase verurteilt wird. Hierorts wird nicht der Frage nach den letzten Resultaten nachgegangen, sondern naturkundliches Wissen aufs Feinste mit Erkenntnissen der kritischen Sozialphilosophie angereichert. Also, bei welchen Lebewesen ist es gottgewollt, dass sie pfeifen sollen? Und ich meine wirkliches Pfeifen, nicht fiepen, flöten, quieken, zwitschern und dergleichen. Das Alpen-Murmeltier murmelt bei Gefahr und Erregung nicht etwa vor sich hin,

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