Die Zeit des Barsches

Politik | ADELHEID WÖLFL | aus FALTER 27/04 vom 30.06.2004

EU Der neue Kommissionspräsident, der portugiesische Premier José Manuel Durao Barroso, gilt als farbloser Neoliberaler. Was wird seine Amtszeit bringen? 

Lasst uns dem Barsch folgen, meine Freundin." Bevor José Manuel Durao Barroso im Jahr 2002 zum Premierminister Portugals gewählt wurde, rezitierte seine Frau Margarida Sousa Uva ein Gedicht von Alexandre O'Neill. Sie fände, so die scheue Gattin, ihr Mann sei durchaus vergleichbar mit dem grauen Fisch. Seit diesem Zeitpunkt trägt Barroso den Spitznamen "Cherne": Barsch. Die wohlschmeckenden Meeresbewohner gelten in Portugal als Spezialität, sind rein äußerlich aber nicht besonders auffällig; schlicht groß, teuer und fett. Obwohl meistens friedlich, tragen sie winzige Beißerchen im Maul, die sie effizient einsetzen.

  Vergangenen Dienstag einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsländer darauf, José Manuel Durao Barroso zum neuen Kommissionspräsidenten zu küren. Seitdem versuchen Politologen, Journalisten


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