"Wir sind ein Volk"

Politik | ERICH KLEIN | aus FALTER 27/04 vom 30.06.2004

ZIONISMUS Am 7. Juli jährt sich Theodor Herzls Todestag zum hundertsten Mal. Wie der Wiener Journalist eine scheinbar utopische und anfangs belächelte Idee entwarf, die letztlich zur Staatsgründung Israels führte. 

Es ist eine kühne Vision, von der Theodor Herzl den mächtigen Clan zu überzeugen versucht. "Die Fahne fällt mir ein - vielleicht eine weiße Fahne mit sieben goldenen Sternen", schreibt Herzl im Jahr 1895 an die Rothschilds, eine der einflussreichsten Familien jener Zeit: "Und das weiße Feld bedeutet unser neues, reines Leben. Die Sterne sind die Stunden der Arbeit. Im Zeichen der Arbeit ziehen wir ins Gelobte Land (...) wo wir krumme Nasen, schwarze und rote Bärte und gebogene Beine haben dürfen, ohne darum schon verächtlich zu sein." Dringend legt der Wiener Journalist dem Haus Rothschild ans Herz, sich für die Auswanderung der europäischen Juden an die südöstlichen Gestade des Mittelmeeres einzusetzen. Denn erst dort, setzt Herzl fort, könnten die in fast


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