THEODOR HERZL UND WIEN

Eine kakanische Lösung

Politik | aus FALTER 27/04 vom 30.06.2004

Die Schriftstellerin Ruth Klüger, Gewinnerin des Preises der Stadt Wien für Publizistik, hält es für eine Schande, dass Wien über kein Herzl-Denkmal verfügt. Und Marcus Patka, Herausgeber einer kürzlich neu aufgelegten Auswahl von Herzl-Feuilletons1, schreibt, dass es immer noch zweifelhaft sei, "ob jeder österreichische (nichtjüdische) Maturant Herzls Namen die adäquate Bedeutung zumessen" könne. Zwar findet in Wien regelmäßig ein internationales Herzlsymposum statt, für den öffentlichen Raum hat die Stadt aber auch im Falle dieses "großen Sohnes" eine typisch kakanische Lösung gefunden. Es gibt eine Reihe von Herzl-Orten, die so gut versteckt sind, dass sie kaum jemand kennt. In der Praterstraße 25 erinnert eine Gedenktafel an die erste Wohnung der Familie Herzl nach ihrer Übersiedlung von Budapest nach Wien. Der Journalist lebte hier bis 1882 und brachte es auf acht verschiedene Wohnadressen. Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Veröffentlichung der Schrift


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