Besser als unter Saddam

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 27/04 vom 30.06.2004

IRAK Die USA übergeben die Macht an eine Übergangsregierung. Und die meisten Iraker meinen, die Resultate des Unternehmens "Regimewechsel" seien überwiegend positiv. Hatten die Kriegsbefürworter deswegen Recht? 

Kriegsgegner fühlen sich dieser Tage bestärkt: Die vorgeschobenen Kriegsgründe - sie haben sich in Luft aufgelöst. Keine Spur von der "unmittelbaren Bedrohung", die der Irak dargestellt haben soll; der Staat Saddam Husseins verfügte praktisch über keine biologischen oder chemische "Massenvernichtungswaffen". Die Invasoren wurden nicht wie erhofft als Befreier begrüßt, sondern als Okkupanten betrachtet. Innerhalb eines Jahres entwickelte sich eine wahre Widerstandsorgie: trauriger Höhepunkt vergangene Woche, als an einem Tag über hundert Menschen bei Anschlägen ihr Leben verloren. Nachdem sie nahezu alle Volksgruppen - Sunniten, Schiiten und sogar die lange mit ihnen verbündeten Kurden - gegen sich aufgebracht und den Dschihadisten ein ganzes Land als Operationsfeld


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