Kinder spielen senden

Medien | HERMES PHETTBERG | aus FALTER 27/04 vom 30.06.2004

FERNSEHEN Seit einer Woche hat Wien einen neuen Stadtsender: Eine Würdigung der ersten Tage Puls TV. 

Und es ist schön. Ich schaue mit Augen und Maul zu, träume den Traum mit. Es läuft eigentlich nur mehr Puls TV. Denn es schwärmt eine endlose Zahl junger Leute mit ihren Kameras aus, um die Ereignisse festzuhalten, dann schneiden sie selber, vertonen, sprechen was drüber, und schon ist es auf Sendung. Eine Frühfrau, eine Nachmittagsfrau und eine Abendfrau, die alle gute Augen haben und meine Cousinen werden könnten, sitzen oder stehen im Studio, unterbrechen alles und sagen sofort an, was brennheiß hereinkam. Hundert türkische Kommunistinnen demonstrieren zu Mittag gegen den NATO-Gipfel, und sofort siehst du einen Drei- bis Fünfminuten-Happen, den du mit Leichtigkeit überstehst, wenn er dich nicht interessiert. Du atmest ein, dass sie Beginnerinnen sind, wie ein Vampir, der das Blut junger Männer säuft. Der Tag vergeht, und du bist den ganzen Tag vor Puls gesessen, hast alles


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