FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 27/04 vom 30.06.2004

Endlich gibt's mal einen neuen Serienhelden, der diese Bezeichnung wirklich verdient. Adrian Monk sieht nicht so toll aus, hat Angst vor Bakterien, Menschenmassen, Höhe und Milch - an der Sache mit der Milch arbeitet er aber. Seitdem dem armen Mann mit den unzähligen Tricks vor vier Jahren seine Frau umgebracht wurde, leidet er an einer schweren Angstpsychose und musste seinen Job als Detective bei der Polizei von San Francisco aufgeben. Weil Monk aber ein grenzgenialer Ermittler mit fotografischem Gedächtnis ist (Ermittlungsmethode: eine Mischung aus Zen und Sherlock Holmes), arbeitet er trotz Störungen als Berater für die Polizei - unterstützt von seinem Kindermädchen, einer nervenstarken jungen Frau, die ihn durch seinen schwierigen Alltag begleitet. Und auch wenn Monk noch anstrengender ist als Columbo und es ihm an jeglicher Coolness fehlt - dieser Polizist ist großartig. Schönstes Motiv der Serie: Monks Sitzungen beim Psychiater, der ihn diensttauglich machen soll. Selten wurden in einer Serie die Neurosen eines Menschen so liebevoll-skurril beschrieben - erinnert irgendwie an Tony Sopranos Sitzungen bei seiner Psychiaterin. Wunderbar, anschauen! (Mo, ORF 1, 22 Uhr)


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