"Nicht von Bedeutung"

Kultur | CHRISTIAN CARGNELLI | aus FALTER 27/04 vom 30.06.2004

ZEITGESCHICHTE Zum 75. Jahrestag seines Bestehens erinnert sich das Wiener Reinhardt-Seminar endlich jener Lehrenden, die von den Nationalsozialisten verfolgt und vertrieben wurden. 

Als Achim Benning, Schüler am Reinhardt-Seminar, in den Fünfzigerjahren für eine Uni-Arbeit etwas über Emil Geyer, von 1912 bis 1922 Direktor der wegweisenden Neuen Wiener Bühne, später des Theaters in der Josefstadt und von 1930 bis 1938 auch des Reinhardt-Seminars, herausfinden will, forscht der spätere Burgtheaterchef auch an seinem eigenen Institut nach - ohne Erfolg: Hans Niederführ, der damalige Leiter, belehrt ihn, dass hier keine Unterlagen über Geyer existierten, dieser für das Reinhardt-Seminar nicht von Bedeutung gewesen sei und solche Informationen bei einer Arbeit über die Neue Wiener Bühne doch völlig überflüssig seien.

  Kein Wunder, dass Niederführ an solcherlei Recherchen kein Interesse hat: Nach dem "Anschluss" hatte der langjährige Sekretär des Seminars, seit 1933 Mitglied


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