STREIFENWEISE

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 27/04 vom 30.06.2004

Sechzigtausend Kinder sterben jeden Tag - und die reng si auf über mi", sagt der Liedermacher Hans Söllner, Ziegenbartträger und bekennender Kiffer, und nimmt einen Schluck aus dem Kaffeehäferl in den jamaikanischen Nationalfarben. Von der Decke seines Einfamilienhauses im Oberbayerischen hängen Delfin- und Bambusrohrmobiles, in der Ecke steht die Wasserpfeife. Weder vor den Konditionalstrafen der Polizei, die ihm diese nach so ziemlich jedem seiner Konzerte aufbrummt, hat Söllner Angst, noch vor den Klischees seiner eigenen Existenz als Peter Pan des Protestsongs. In Filmemacher Andy Stiglmayr hat Söllner nun wohl so etwas wie einen kongenialen Partner gefunden: "Hans Söllner sehe ich als ein gutes Beispiel für einen Menschen mit Charakterstärke", dieser im Presseheft auf die selbst gestellte Frage: "Warum wollte ich diesen Film machen?" Dementsprechend unreflektiert ist das dokumentarische Porträt "Der Bayerische Rebell" auch geraten.

  In Würde altern - sicher keine leichte Sache. Mrs. Connelly (Eileen Essel), die Titelfigur von Danny DeVitos Komödie "Der Appartement-Schreck", hat es jedenfalls geschafft. Während das Yuppiepärchen (Ben Stiller, Drew Barrymore), das ihr Mietshaus gekauft hat, in der Wohnung unter ihr verzweifelt, gestaltet sie sich einen genüsslichen Lebensabend, tanzt zu irischen Volksweisen, probt mit einer Seniorenmusikkapelle oder sieht bis in die frühen Morgenstunden auf voller Lautstärke fern. Was ihr Drehbuch und Inszenierung, die mit der Jungkarrieristenfraktion sympathisieren, offenbar nicht gönnen. Allein die Häufung misslungener Gags, die auf den Schwächen alter Menschen basieren, macht diese Weinsteinproduktion verzichtbar.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige