Geheimwaffe Oper

JULIA ORTNER | Stadtleben | aus FALTER 27/04 vom 30.06.2004

INNENSTADT Leere Geschäfte, Stille, ein finsterer verlassener Gebäudekomplex: Mit dem Auszug des Gerichts ist das Leben aus der Riemergasse verschwunden. Vom Operncafé aus kämpfen die Anrainer jetzt um ihr Viertel. 

Gotham City liegt nur drei Gehminuten hinter dem Stephansdom. Düster und grau erhebt sich dort das leere Gerichtsgebäude über der stillen Innenstadtgasse. Nur ein paar Meter weiter ums Eck, in der Wollzeile, steppt der Bär. In der Riemergasse ist es hingegen fast zu ruhig. Hier im ehemaligen Gerichtsviertel, wo sich früher die Massen getummelt haben, 2500 Menschen täglich. Bis das Handelsgericht, das Gericht für Handelssachen und das Bezirksgericht Innere Stadt im vergangenen Herbst die Riemergasse verlassen haben und in den City-Tower in beim Bahnhof Wien-Mitte gezogen sind. Zurückgeblieben sind nur die leeren Amtsgebäude, Relikte der Vergangenheit.

  Dann sind die Rechtsanwälte weggezogen, der Bäcker hat aufgegeben. Genauso wie die Papierhandlung, erzählt

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