Narrisch wean

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 27/04 vom 30.06.2004

SHIRTS Österreichische Fußballfans haben immer was zu feiern: zum Beispiel Cordoba.

Wer bitte ist der Portugal?" steht auf dem T-Shirt vorne drauf. Frech, aber lustig. Und was steckt dahinter? Pünktlich zum auch hierzustadt immer mehr um sich greifenden Fußballfieber haben junge Menschen die passende Geschäftsidee: Wenn es EM-mäßig in Österreich schon nichts zu feiern gibt, erinnert man sich halt an vergangene Zeiten - und bringt den Mythos Cordoba auf rot-weiß-rote Leiberln mit der Rückenaufschrift "Cordoba 78".

"Toooor! I wea narrisch": Mit diesem Brüller machte Sportreporter Edi Finger senior 1978 sich und die Nationalmannschaft zur Legende, damals, als Österreich die Deutschen bei der Weltmeisterschaft drei zu zwei besiegte. In Deutschland erinnert sich kaum jemand mehr an dieses Ereignis - Österreich hat heute noch sein Cordoba. "Ich finde die Diskrepanz lustig zwischen dem Nichtsreißen im Fußball und dem einzigen großen Erfolg der Österreicher, der bis heute gefeiert wird", sagt Daniel Dusovsky, der Mann hinter dem Cordoba-78-Projekt. Fünf witzige Motive haben Dusovsky und seine Helfer als Alternative zum üblichen EM-Fanshirt nun auf den Markt gebracht. Den drei Cordoba-Helden Hans Krankl (als unverkennbares Jubelporträt), Herbert Schneckerl Prohaska (mit Schnauzbart und Lockenzylinder: "Der Spitz von Izmir") und Edi Finger ("Toooor!") sind drei Leiberln gewidmet. Zusätzlich wird auf einem Shirt gefragt "Portugal? Cordoba!".

In Geschäften ist die exklusive Fanpanier nicht zu haben, vertrieben werden die Shirts ausschließlich übers Internet, Kostenpunkt pro Stück: 32 Euro.

Und das Gute an der Sache: Die Europameisterschaft 2004 mag lange schon vorüber sein, die Helden von Lissabon längst Geschichte, aber so ein Cordoba-T-Shirt bleibt stets aktuell - zumindest in Österreich.

Infos und Bestellungen: www.cordoba78.at


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige