Die Ära Klestil

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 28/04 vom 07.07.2004

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Es ist tragisch: Bundespräsident Thomas Klestil verbringt die letzten Tage seiner Amtszeit im Koma. 

Es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt. Diesen Satz schleuderte einst Thomas Bernhard einem hohen österreichischen Amtsträger entgegen, und nichts spricht dagegen, ihn zu zitieren, wenn der höchste Amtsträger das Staates im Sterben liegt. Die Bilanz seiner Ära wäre so oder so zu ziehen, denn am Tag nach dem Erscheinen dieses Blattes wird ein neuer Bundespräsident angelobt. Thomas Klestil wird derweil von den Ärzten im Tiefschlaf gehalten, für 14 Tage, wie sie sagen, mit ungewissem Ausgang, wie zu befürchten ist.

Das färbt jede Bilanz, denn unter solcher Perspektive wird alles wenn nicht lächerlich, so doch zumindest weniger bedeutsam. Klestils Antreten im Jahr 1992 schien vielen eine Art Hoffnungsschimmer in der österreichischen Politik zu signalisieren. Aus zwei Gründen: Einmal folgte er auf Kurt Waldheim. Den hatte Klestil, als Generalsekretär


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