In die Hände gespuckt

Politik | GERALD JOHN | aus FALTER 28/04 vom 07.07.2004

ARBEITSKAMPF Mehr Hackeln fürs gleiche Geld: Viele Industriebosse würden ihre Beschäftigten gerne länger einspannen. Zu Recht? Liegen die Österreicher zu viel auf der faulen Haut? 

Arbeiter, senkt beschämt euer Haupt! "Wir brauchen mehr Begeisterung für Leistung", mahnen Aufsichtsratsbosse, während Unternehmensberater rüffeln: "Europa ist träge geworden. Es muss den Weg durch ein Tal der Tränen antreten." Ein Industriekapitän nach dem anderen stimmt in den Abgesang auf die Freizeitgesellschaft ein: Zu viele Feiertage! Ärmel hochkrempeln! Sozialkosten zurückfahren!

  Das Volk sei zu lasch, tönt es seit Wochen in Deutschland und Österreich. Veit Sorger, neuer Präsident der Industriellenvereinigung war der Erste, der hierzulande forderte: "Länger arbeiten bei gleichem Lohn." ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein griff die Idee im trend, wenn auch nur vorsichtig, auf: "Es ist legitim, darüber zu diskutieren." Zumindest die Großunternehmer ließen sich dazu nicht


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