Auf Herbergssuche

Politik | NINA HORACZEK | aus FALTER 28/04 vom 07.07.2004

ASYL Seit Mai hat jeder Asylwerber Anspruch auf eine Unterkunft. Trotzdem findet ein tschetschenischer Familienvater mit drei Kindern seit Wochen keine Bleibe. Begründung: In ganz Österreich gibt es keinen Platz für Asylwerber. 

Der Papa war zweimal betrunken", sagt Renate Riegler, Leiterin der Notunterkunft Passettistraße des Roten Kreuzes. Und setzte den tschetschenischen Asylwerber Kasum U. samt Kindern auf die Straße. Zuerst wurde eine Flasche Wein im Mistkübel gefunden. Kasum U., dessen Frau im Tschetschenienkrieg getötet wurde, kassierte eine Verwarnung. 14 Tage später kam er alkoholisiert ins Heim. "Laut Hausordnung ist Alkohol verboten, also mussten wir Konsequenzen ziehen", sagt der Pressesprecher des Roten Kreuzes. Den Kindern habe man einen Heimplatz angeboten, die elfjährige Tochter und die drei- und neunjährigen Söhne wollten aber beim Vater bleiben - also waren sie zu viert obdachlos.

  Das war am 9. Juni. Seitdem haben Martin Giersch und seine Lebensgefährtin


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