FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 28/04 vom 07.07.2004

Ungern gebe ich es zu, aber ich habe mich einmal fernsehmäßig geirrt. "Six Feet under" sei eine öde Möchtegernsatire auf den American Way of Life und dämliche US-Seifenopern, aber leider selber auch sehr seifig, habe ich an dieser Stelle geschrieben. Und dass die Charaktere nicht viel mehr Tiefgang hätten als die in "Dallas". Kollege Wurmdobler, ein Serienkenner, machte mich freundlich auf meinen Irrtum aufmerksam, "das entwickelt sich noch", versprach er nach dem schwachen Pilotfilm. Und Wurmdobler behielt Recht. Die Serie um den Friedhofsclan, der im harten Begräbnisbusiness von L.A. ums Überleben kämpft, entwickelt sich ganz gut. Die anfangs flachen Charaktere der Familie Fisher kriegen mehr Profil, die Geschichten rund ums Sterben werden fieser und lustiger. Sehr amüsant etwa das Katzenfutter, das einer toten Expornodiva unter die verrutschten Silikonimplantate gesteckt wurde. Oder auch die Folge, wie der gute Sohn drauf kommt, dass der tote Papa Fisher eine geheime Absteige hatte und ein lustiger Kiffer mit Damenbekanntschaften war. Außerdem schick: der charmant manisch-depressive und gut gebaute Billy, der dauernd seine Schwester samt Anhang quält.


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