Brennen fürs Brennen

Medien | MICHAEL FIEDLER | aus FALTER 28/04 vom 07.07.2004

RAUBKOPIEN Deutschland erhört die beraubte Musikindustrie und denkt über neue Computersteuern nach. Und Österreich? 

Seitdem man in Onlinetauschbörsen gratis Musik aus dem Internet laden kann, schwinden die Umsätze der Musikindustrie. Alle Gegenmaßnahmen - aufwendige Kopierschutzprogramme, das Aufkaufen von Tauschbörsen oder Klagen gegen deren Nutzer - können diesen Trend nicht aufhalten. Nun kommt ein neuer Vorstoß aus Deutschland: SPD-Justizministerin Brigitte Zypries möchte der raubgeplagten Musikwirtschaft nun mit einer Änderung des Urheberrechts entgegenkommen. Bisher wurde nur auf Geräte, die zum Kopieren von geistigem Eigentum verwendet werden - zum Beispiel Kopierer, CD- und DVD-Brenner, Scanner - eine Gebühr eingehoben. In Zukunft sollen aber auch Drucker und PCs unter diese Regelung fallen, da sie ebenfalls für digitale Raubzüge eingesetzt werden können.

  Und in Österreich? Hier wird lediglich auf Speichermedien - Kassetten, CDs und DVDs - die so genannte "Leerkassettenabgabe" aufgeschlagen (bei einem CD-Rohling beträgt sie rund 27 Cent). Denkbar wäre es aber, dass Österreich in den kommenden Jahren, etwa durch eine EU-weite Richtlinie, nachziehen muss. Bis es so weit ist, muss sich die Musikindustrie andere Alternativen überlegen.   Der Plattenmulti BMG arbeitet in der Zwischenzeit bereits an einer neuen Strategie gegen die durch die digitalen Raubzüge verursachten Verkaufsrückgänge. So sollen CD-Preise in Zukunft gestaffelt werden: Von einem Album gibt es künftig eine billige Ausgabe ohne Cover um zehn Euro, die "normale" CD soll 13 Euro kosten, und für Liebhaber wird es um 18 Euro zusätzlich Videos und anderes Bonusmaterial geben.


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