Leben ohne Netz

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 28/04 vom 07.07.2004

FILM Mit "Spider-Man 2" zelebriert Regisseur Sam Raimi neuerlich einen Superhelden in einem Feuerwerk aus Geldsorgen, Beziehungsnöten und Selbstzweifeln. 

Vor "Spider-Man" war Regisseur Sam Raimi vor allem für die Trilogie "The Evil Dead" vulgo "Tanz der Teufel" bekannt: Drei Filme, die 1982, 1987 und 1992 allmählich vom Splatter-Horror zur Slapstick-Bastelei übergingen und aus denen einiges noch in "Spider-Mans" sonnenlichtdurchfluteten Hochhausschluchten nachhallt. Machten Raimis rasende Kamerafahrten einst Teufelstänze spürbar, so zelebrieren sie heute die Elastizität juveniler und digitaler Körper. Auch das an den "Evil Dead" als extrem evil empfundene Moment, dass sie eben nicht tot blieben, sondern immer wieder kamen, begegnet uns unter geänderten Vorzeichen in Raimis "Spider-Man"-Filmen. Der Spuk des Einst im Jetzt: Das Horrorkino entfesselte ihn in Bildern dämonischer Auferstehung; heutige Blockbuster kultivieren ihn in Form von Zitaten, Sequels und traumatischen Herkunftsgeschichten.


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