Balkan Light

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 28/04 vom 07.07.2004

KUNST Wurden Künstler aus dem ehemaligen Jugoslawien bisher vom westlichen Kunstbetrieb benachteiligt? Eine Ausstellung in der Secession widerlegt Balkanklischees durch die Art der Präsentation - nicht aber durch die Auswahl der Künstler. 

Seit Beginn des Sezessionskrieges 1992 war die Kunstszene in der ehemaligen Volksrepublik Jugoslawien zweifach marginalisiert. Nach außen, in der westlichen Perspektive, zerfiel das moderne Jugoslawien in einem archaischen Stammeskrieg: Bevor das Gespräch auf die Kunst kam, sahen sich Künstler genötigt, ihr Verhältnis zum serbischen Nationalismus klarzustellen. Nach innen war der Druck nicht nur symbolisch: Die autoritären Regierungen in Belgrad und Zagreb blockierten die ohnehin schwache Infrastruktur. So feuerte Slobodan MilosÇevic´ 1994 den Direktor des Belgrader Museums für Gegenwartskunst und setzte einen Maler von seinen Gnaden ein. Da es nun ein serbisches Museum zu sein hatte, verhökerte der neue Leiter Teile der Sammlung und richtete


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