... mag man eben

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 28/04 vom 07.07.2004

SHOP Manner hat am Stephansplatz ein eigenes Geschäft für Schnitten aufgemacht.

Es ginge dem Unternehmen vor allem darum, an einem hoch frequentierten Ort präsent zu sein, meinte Carl Manner, Chef des gleichnamigen Schnittenimperiums, bei der Eröffnung des edel designten Manner-Shops am Stephansplatz. Fast genau dort, wo Manners Großvater vor mehr als hundert Jahren die "Neapolitaner Schnitte Nummer 239" erfand und stückweise verkaufte, gehen nun also wieder Waffeln mit Haselnusscreme über die Ladentheke. Ein ehemaliger Klosterladen wurde dafür aufwendig umgebaut, schokobraun und golden gefliest und mit mannerrosa Möbeln ausgestattet. Auf kleinen Monitoren wird die Produktion der Süßigkeiten vorgeführt.

Freilich sind die Hauptzielgruppe die Touristen, die hier mehr oder weniger originelle Mitbringsel finden, aber auch der Wienmensch steht auf die Schnitten aus Wien 17. Hierbei gibt es die verschiedenen Geschmacksrichtungen "sortenrein" - während Erdbeer- oder Himbeerschnitten im Supermarkt nur im "Mogelpack" mit den Klassikern zu haben sind. Ungewohnt: Mannerschnitte mit Kirschfüllung oder mit Limette. Da zum Mannerkonzern mittlerweile auch andere Marken gehören, wird im neuen Geschäft das komplette Sortiment - von Dragee-Keksi, Rum-Kokos-Kugeln, Schokobananen bis zur Heller-Bonbonniere - angeboten. Sogar profane Kuchenglasur oder Kochschokolade gibt es hier im schicken Rahmen. Das sei aber gar nicht so abwegig, meint die Verkäuferin. Viele Touristen, vor allem aus Amerika, würden Kochschokolade kaufen, weil diese nicht so süß sei.

Täglich frisch geliefert aus der Fabrik werden übrigens ungeschnittene Waffelblöcke. Der eigens eingerichtete Schneidetisch wird bislang leider nicht genutzt. Aber das kommt ja vielleicht noch. Originell wär's jedenfalls. Fast so originell wie die Öffnungszeiten.

Manner, 1., Rotenturmstr. 2, tägl. 10-21 Uhr.


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