Friedhöflichkeit

Politik | GERALD JOHN und EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 29/04 vom 14.07.2004

KLESTILS TOD 1300 Polizisten, 1025 Sendeminuten, 800 rote Rosen: In Österreich muss man - frei nach Qualtinger - erst sterben, damit sie einen hochleben lassen. Vier Tage Staatstrauer zu Ehren des verstorbenen Bundespräsidenten. 

Der Teufel steckt im Detail", sagt Kurt Laager. Besonders bei so anspruchsvoller, weil fachmännischer Kundschaft. Da wünscht sich der Kardinal, dass bei der Gedenkfeier im Gotteshaus nicht mehr als fünf Kränze herumliegen, vom neuen Präsidenten, der Regierung, den Angehörigen. Doch dann trudelt noch ein üppiges Gesteck aus Rom ein, vom Papst persönlich. Das kann man nicht in irgendeinem Kammerl verwelken lassen. In solchen Fällen sind Laager und seine Kollegen gefragt. Sie drapieren die Kränze so, dass der Kardinal trotzdem nicht im Zickzack zum Altar laufen muss.

  Seit zwanzig Jahren bringt Kurt Laager Menschen unter die Erde. Den Job bei der Bestattung Wien nahm er seinerzeit an, weil er einen Beruf "auf der sicheren Schiene" suchte, mittlerweile


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