"Die Orli ist nur die Orli"

Kultur | JÖRG MAGENAU | aus FALTER 29/04 vom 14.07.2004

LITERATUR Demnächst erscheint Martin Walsers jüngster Roman "Der Augenblick der Liebe". Der "Falter" sprach mit dem Autor über die unlösbaren Widersprüche der Liebe, die Fragwürdigkeit der Traumdeutung, die Liebesfähigkeit Winnetous und den Unterschied zwischen Bundeskanzler und Schriftsteller. 

Wie kaum ein anderer - sieht man von Günter Grass ab - verkörpert Martin Walser, 1927 in Wasserburg/Bodensee geboren, den deutschen Großschriftsteller der Nachkriegszeit. Als Mitglied der Gruppe 47 und Büchnerpreisträger (1981) ist er immer wieder als typischer Vertreter einer "gesellschaftskritischen" Literatur beschrieben worden - eine Einschätzung, die er keineswegs vorbehaltlos teilt. Dennoch: Allein durch seine politischen Stellungnahmen - am spektakulärsten zuletzt in seiner Rede zur Entgegennahme des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels (1998), in der er sich gegen die "Instrumentalisierung" von Auschwitz wandte - ist Walser jederzeit für eine Kontroverse gut. Am 23.


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