Danke, Bulgarien!

MATTHIAS DUSINI | Kultur | aus FALTER 29/04 vom 14.07.2004

KUNST In welchem gesellschaftlichen Umfeld entstanden die Bilder von Gustav Klimt und Egon Schiele? Ein Buch erinnert an die Mäzenin Margaret Stonborough-Wittgenstein, eine Ausstellung an den Schiele-Entdecker Arthur Roessler. 

Der Wiener Kunstsammler Rudolf Leopold ist nicht auf den Mund gefallen. Als 25-jähriger Medizinstudent besucht er im Jahre 1950 den betagten Kunstkritiker Arthur Roessler (1877-1955), um ein Bild des damals in Vergessenheit geratenen Egon Schiele (1890-1918) zu erwerben. Um Leopold zu testen, fragt Roessler: "Was sagen Sie zu dem Sonnenuntergang?" Wie aus der Pistole geschossen antwortet Leopold: "Sie sagen nur Sonnenuntergang' zu dem Bild? Daraus geht aber nicht hervor, ob das Bild eine traurige oder eine fröhliche Stimmung vermittelt. Vor diesem Werk aber müsste man mit aller Schwermut sagen, die Sonne versinkt. Vorne ist es schon dunkel und kalt geworden, und jedes Blatt auf den Baumzweigen scheint vor Kälte erstarrt. Nie hat jemand vor Schiele einen Sonnenuntergang

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