OHREN AUF! Elektrische Geister

SEBASTIAN FASTHUBER | Kultur | aus FALTER 29/04 vom 14.07.2004

Viele elektronische Musiken haben wie Soundtracks etwas Geisterhaftes an sich. Das erklärt sich zum Teil von selbst, nämlich aus der weitgehenden Abwesenheit von Stimmen und der dadurch umso stärkeren Wirkung der durch Sounds erzeugten Stimmungen. Oft ist das Verlassene und Unheimliche aber auch sehr bewusst in der Musik angelegt. Die beiden Experimental/Avantgarde-Damen Zeena Parkins & Ikue Mori etwa führen den Hörer auf ihrem Album "Phantom Orchard" (Mego/www.mdos.at) durch einen wundersamen Garten, der nach Alice in einem verlassenen Wunderland voller Hitech-Pflanzenzüchtungen klingt. Also ziemlich aufregend und mitunter reichlich abgedreht. Die Multi-Instrumentalistin Parkins wechselt dafür zwischen elektrischer und akustischer Harfe, Piano und Synthesizern, ihre japanische Kollegin bedient die restliche Elektronik. Entstanden ist so eine abwechslungreiche Platte, die in ihrer Zugänglichkeit für Mego-Verhältnisse fast schon Chill-Out bedeutet, jedoch auch über finstere Seiten

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