STREIFENWEISE

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 29/04 vom 14.07.2004

Gewöhnlich schadet es nicht, wenn Remakes populärer (Kult-)Filme ihre Aufmerksamkeit weniger auf den zumeist bekannten Plot, sondern mehr auf das "wie" legen. Im Falle von "The Stepford Wives", Frank Oz's Neuverfilmung eines Seventies-SciFi-Schockers nach dem Roman von Ira Levin, wird die Pointe - dass nämlich die Frauen des gleichnamigen Spießerstädtchens allesamt nicht nur verdammt mechanisch agieren - gleich mit dem Trailer über Bord geworfen, der so ziemlich alles außer der (neuen) Schlusswendung ausplaudert. Wenig Wunder, legt doch Oz - einer der Muppets-Erfinder, Sprecher des "Star-Wars"-Zwerges Yoda und Regisseur zumindest einer brüllend komischen Komödie, nämlich "Dirty Rotten Scoundrels" (1988) - seinen Film ganz forciert als schrille Farce an, in der außer dem schön gestalteten Vorspann und ein paar subtilen Ausstattungsdetails die feine Klinge nichts verloren hat. Heißt: Die Geschlechtersatire ist sehr, sehr überdeutlich ausgespielt, das Schauspiel (Nicole Kidman, Bette Midler, Matthew Broderick, Glenn Close und Christopher Walken) generell auf "überdreht" angelegt, und die Erzählung selbst opfert ein Mindestmaß an Plausibilität dankbar jedem "lustigen" Einfall. Und dies gibt's im Minutentakt. Kein Wunder, dass nach einer Stunde die Luft ein bisserl raus ist.

  Wie und dass man Spiel- und Dokumentarfilme auch ohne (oder mit sehr wenig) Budget machen kann, will das Festival "Ohne Kohle" ab kommenden Freitag bis einschließlich Sonntag demonstrieren. Das umfangreiche Programm aus internationalen Filmen und Videos ist online (www.ohnekohle.net) einsehbar, zusätzlich zum Filmprogramm im Filmcasino bieten die Veranstalter im "Neutor Medienraum" (1. Neutorgasse 13) von Mittwoch bis Samstag Workshops etwa zu Videoschnitt, szenischem Gestalten, Low-Budget-Kamera- und Effekttechnik an.


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