TIER DER WOCHE

Eingelocht


PETER IWANIEWICZ
Stadtleben | aus FALTER 29/04 vom 14.07.2004

Der so genannte Sommer wird wegen klimatischer Verfehlungen abgemahnt. Und auch das beliebte Sommerloch, das uns erschöpften Lesern Erholung von Aufregungen täglicher Topschlagzeilen verspricht, hat sich noch nicht eingestellt. Nur vereinzelt ziehen dünne Headlines wie Zirruswolken über den nachrichtengesättigten Medienhimmel und verglühen unbemerkt. Sexskandale im Priesterseminar, der unerwartete Abgang des Präsidenten, und ein Fußballgroßereignis verhinderten bislang, dass ein stabiles Azorenhoch unsere Schlagzeilen beeinflusst.

Dabei haben sich die PR-Abteilungen schon an diese sommerliche Infoflaute gewöhnt und nutzen dieses Loch ihrerseits gerne, um zweitklassige Meldungen und bedeutungslose Akteure nach vorne zu schubsen. So empörten sich letzte Woche ein CDU-Medienexperte und ein Bundesvorsitzender der Jungliberalen über das schwache Fernsehprogramm im Sommer und forderten für diese Monate eine Halbierung der Gebühren. Wir sind aber an schneidigeres Infotainment gewöhnt

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