VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 30/04 vom 21.07.2004

Gehen wir die Sache einmal vom Anfang her an. Zum Beispiel so: "Hunderte leerstehende Wohnungen in weißen Luxusbauten erregen die Öffentlichkeit; hohe Mieten und Schwimmbäder auf dem Dach ebenfalls. ,Luxus-Sozialismus ade!', titelte der Kurier und mokierte sich darüber, dass ein paar hundert Prolos von diesem zweifelhaften ,Glückskuchen' auf unser aller Kosten naschen dürfen." So las sich die Einleitung zu einer Reportage über "Wohnen im Heinz-Nittel-Hof in Floridsdorf".

  Am Gespräch mit Peter Glotz interessiert uns weniger die Einleitung, sondern ein kleiner,Voraustext: "Dem Gespräch ist vorauszuschicken, dass es von beiden Teilnehmern im Zustand der Erschöpfung geführt wurde, weshalb verschiedentlich erläuternde Passagen aus einer Pressekonferenz desselben Tages eingeschoben werden."

  In ein ganz anderes Genre führt folgende Information: "Das ,Kriegstagebuch' ist der Text eines zwölfjährigen Mädchens, das vom 15. bis 31. August 1914 ,seinen' Krieg niederschrieb. Dann brechen die Aufzeichnungen ab und werden sechs Jahre später für wenige Tage fortgesetzt. Christian Fuchs fand das Kriegstagebuch im Herbst 1976 in einem Trödlerladen im dritten Bezirk." Der Falter brachte als Sommerlektüre mehrere Seiten Auszüge aus diesem bemerkenswerten Dokument.

  ",Ich bitte um ein Glas Bier, deutsches Bier!', sagte der Indianer in geläufigem Englisch. Er erhielt das Bier, hob das Glas gegen das Fensterlicht, prüfte es mit Kennerblick und trank. ,Well!', sagte er dann zum Wirt. ,Euer Bier ist gut. Der große Manitou der weißen Männer hat sie viele Künste gelehrt, und das Bierbrauen ist nicht die geringste darunter.'" Mit diesem Zitat aus Winnetou II leitete Wolfgang Weisgram seinen Erfahrungstext ein. Dessen schlichter Titel: "Bier". a.t.


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