Gerechtigkeit für Krenn!


ARMIN THURNHER
Vorwort | aus FALTER 30/04 vom 21.07.2004

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Dem Mutigen graut bekanntlich selten, außer vor St. Pölten. Aber wovor graut ihm eigentlich? 

Gerade waren wir noch Ärzte und mutmaßten im Stundentakt aus unserer Beobachtungsposition vor der Intensivstation. Kaum hatten wir uns in die Sprache der medizinischen Dossiers eingefühlt, kommentieren wir nicht mehr den Verfall der staatsobersten Organe, nein, wir mutieren zu Seelsorgern und berichten unter Beiziehung vatikanischer Spezialisten aus der Intensivstation der katholischen Kirche, Abteilung St. Pölten.

  Nun denn: Herr, es ist Zeit, deinen Hirten zu verteidigen. Kurt Krenn, der Bischof von St. Pölten, befindet sich seit Wochen wieder einmal dort, wo er sich sauwohl fühlt, im Mittelpunkt eines medialen Kesseltreibens. Im Priesterseminar St. Pölten wurden Bilder kinderpornografischen Inhalts aus dem Internet heruntergeladen. Ein polnischer Seminarist wurde als Täter identifiziert, die Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen ihn. Zur selben Zeit tauchten

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