Der andere Weg

HELMUT SCHÜLLER | Vorwort | aus FALTER 30/04 vom 21.07.2004

KOMMENTAR Zur Affäre im Priesterseminar: Wie die kirchliche Ombudsstelle für Missbrauchsopfer arbeitet. 

"Ich habe lange Zeit überhaupt nicht geglaubt, dass euch in der Kirche das überhaupt interessiert, dass sich das jemand von euch überhaupt anhören will ..." So beginnen nicht wenige Gespräche bei der Ombudsstelle für sexuellen Missbrauch. Tatsächlich wurde auch erst 1995, nach der Diskussion rund um die Missbrauchsvorwürfe gegen den Wiener Kardinal Hans Hermann Groër, klar, dass es keine Stelle in der Erzdiözese Wien gab, an die sich Opfer von sexuellen Übergriffen kirchlicher Mitarbeiter hätten wenden können.

  Der Name "Ombudsstelle" sollte signalisieren, dass diese Stelle allein die Interessen von Missbrauchsopfern in der Kirche und gegenüber deren Verantwortlichen zu vertreten hat. Sie wird zwar derzeit von mir, einem Priester der Diözese, geleitet, könnte aber (und sollte wohl auch) in Zukunft von einer Person außerhalb der Institution Kirche geführt werden.

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