Kommentar

Der Welser-Möst-Unterstützungsverein

WOLFGANG KRALICEK | Kultur | aus FALTER 30/04 vom 21.07.2004

Österreichs führendes Kulturmagazin News, dessen Radius sich normalerweise auf Staatsoper, Burg und Salzburg beschränkt, berichtete unlängst von einer "Rosenkavalier"-Premiere am Opernhaus Zürich. "Das Zürcher Publikum spendete nach der musikalisch fulminanten Premiere fünfzehn Minuten Ovationen", reportiert News-Kulturchef Heinz Sichrovsky. "Die nachdrücklichsten für den Dirigenten, und das mit Recht. Lang hat man das nicht mehr so gehört: in solch tränenschimmernder impressionistischer Transparenz den Schluss des ersten Aktes ...", und so weiter und so weiter.

Der naive Leser wird sich jetzt vielleicht fragen: Was hat so ein Text in News verloren? Es wäre natürlich möglich, dass die Redaktion mit Briefen und E-Mails von Lesern bombardiert wurden, die in ihrer Lieblingszeitschrift internationale Rezensionen vermissen. Weil das aber nicht sehr wahrscheinlich ist, muss etwas anderes dahinter stecken. Des Rätsels Lösung: Am Dirigentenpult stand Franz Welser-Möst. Seit Monaten

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