KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 30/04 vom 21.07.2004

Bunt und figurativ gestaltet sich die Kunst, die derzeit in zwei Wiener Gruppenausstellungen zu sehen ist. Der Schwerpunkt beider Präsentationen liegt auf Papierarbeiten, wobei ein Hang zu Romantik und zu Referenzen an die Siebzigerjahre hervorsticht. Die runde Schau "The Cave and the Island" im Kunstbuero (bis 14.8.) wurde von der Kuratorin Xandra Eden aus Toronto zusammengestellt. Wie schon im Titel angedeutet, ziehen sich Momente des einsamen Naturerlebens durch diese Arbeiten kanadischer Künstler. So streift Damian Moppett in seinem Video allein durch die Wälder und präsentiert dazu Entwürfe von Möbeln aus Ästen. Karen Azoulay knüpft einen Wasserfall aus Wollfäden, und Jennifer Murphy bringt mit Stoff- und Plastikstreifen Motive wie ein Spinnennetz oder Regentropfen auf Papier. Feine Soundmalerei produziert das Künstlerduo GLN in seinem Video: Mit Kopfhörern und Laptops lassen sich Maura Doyle und Tony Romano mal auf einer Blumenwiese, mal an einem verschneiten Strand nieder und produzieren dort die Plein-Air-Kompositionen ihrer "Music for Landscapes".

  Die Schau in der Galerie Lisa Ruyter handelt von den "reichlich komplizierten Beziehungen, die Künstler miteinander haben", und die Romantik speist sich dort aus Subkultur und Trash-Ästhetik. Der Ausstellungstitel "The Rose Garden without Thorns" (bis 11.9.) stammt von einer Zeichnung des Undergroundfilmers und Warhol-Mitstreiters Jack Smith. Der US-Künstler Dan Fisher hat das berühmte Drag-Foto von Warhol als Grafitzeichnung "wiederholt". Rockgeschichte blitzt in den Arbeiten von Erik Hanson und Slater Bradley auf, während sich die bulgarische Künstlerin Irina Georgieva typische Sujets aktueller Kunststars in Tuschzeichnungen aneignet.


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