Polychrom pervers

Kultur | aus FALTER 30/04 vom 21.07.2004

KUNST Was haben Wachsfiguren, Sexpuppen und ausgestopfte Tiere mit Bildhauerei zu tun? Der amerikanische Künstler Mike Kelley erzählt im Mumok ein verdrängtes Kapitel der Kunstgeschichte. 

Was ist hier schon unheimlich?" Der amerikanische Künstler Mike Kelley, Jahrgang 1954, antwortet in der von ihm zusammengestellten Ausstellung im Museum moderner Kunst (Mumok) auf die Frage nach seinem bevorzugten Objekt mit einer Gegenfrage. Dabei hat er eine überaus seltsame Truppe um sich versammelt: Heiligenfiguren aus dem 19. Jahrhundert, Wachsmodelle zur Illustration von Hautkrankheiten, Affenmenschen aus dem Naturhistorischen Museum, Filmrequisiten, dazwischen, selten als solche erkennbar, Kunstwerke.

  Ron Muecks Skulptur "Ghost" (1998) ist über zwei Meter groß. Sie stellt ein Mädchen im Kindesalter dar, das im Badeanzug an der Wand lehnt. Der Anblick ist deshalb verwirrend, weil die Figur so echt wirkt und weil man es nicht einmal im Traum gern hat, wenn einen Kinder von oben anschauen.


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