AUFGEBLÄTTERT

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 30/04 vom 21.07.2004

Punk's not dead", sangen die britischen Dosenbierrocker Exploited anno 1981 - und klangen damit weniger rebellisch als vielmehr unangenehm stumpf. Schließlich war Punk in ihrer britischen Heimat zu diesem Zeitpunkt schon von der innovativen Jugendkultur zum alkoholgetränkten Fußgängerzonenphänomen verkommen. Anders verhielt es sich im deutschen Hinterland. Hier kam die Kunde vom maximalen Glück durch minimalen Input erst in den frühen Achtzigern so richtig an. In "Dorfpunks" erzählt der längst in Hamburg beheimatete Musiker, Autor und Allround-Entertainer Rocko Schamoni die Geschichte seiner Menschwerdung in einem kleinen Kaff namens Schmalenstedt an der Ostsee. Charmant und mit bisweilen geradezu schmerzlicher Offenheit berichtet er vom Scheißebauen mit den Jungs, zwischenmenschlichen Irritationen, dem Wechselspiel zwischen Kreativität und Zerstörungswut, dem Aufbegehren gegen jegliche Form von Autorität und ersten künstlerischen Gehversuchen. Für Fans ein echtes Geschenk,


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