Friedensflamme

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 30/04 vom 21.07.2004

KERZEN Ein Wiener hat die "Peacebombs" erfunden - die sind weltweit zu haben.

Activate them", steht auf der einfachen Schachtel drauf. Und auch deren Inhalt sieht auf den ersten Blick recht gefährlich aus. Doch der vermeintliche Zünder ist nur ein Docht, und die Bombe ist eine Kerze. "Peacebomb" nennt der Wiener Designer Axl Schreder sein Projekt, eine Melange aus Friedenskitsch, Designobjekt und gut gemeintem Aktivismus.

Sein Ziel sei es gewesen, ein neues Friedenssymbol zu suchen, eines, das auf die Absurdität von Krieg und Terror zutrifft, sagt Schreder: "Ein Symbol, das zur heutigen Zeit besser passt als die Friedenstaube von Picasso." Geht es nach dem Designer, werden Bomben zu Kerzen wie Schwerter zu Pflugscharen. Auf den handgemachten, Bombenattrappen aus teuerstem Reliefwachs ist in verschiedenen Sprachen und Schriften "Peacebombs" aufgedruckt. Um das soziale Anliegen der Aktion zu unterstreichen, gehen pro verkaufte Friedenskerze, Kostenpunkt 19 Euro, ein Euro ans Rote Kreuz.

Schreders Bomben sind nicht nur in Wien - in Museumsshops, bei Blumenkraft -, sondern auch international erhältlich. Zuletzt hat der viel zitierte Pariser Conceptstore Collettes die Wiener Kerzen ins Sortiment genommen. Und ein paar Firmen haben bereits die Sache mit den Peacebombs unterstützt, indem sie sie, mit ihrem Logo versehen, an Kunden weitergeben: soziales Engagement statt geschenkte Kugelschreiber. Apropos: T-Shirts mit dem Aufdruck "Peacebombs" gibt's natürlich auch schon.

Peacebombs, z.B. bei Blumenkraft, 4., Schleifmühlg. 4; MAK-Shop, 1., Stubenring 5; Galerie Klaus Engelhorn, 1., Stubenring 22, www.peacebombs.org


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