VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 31/04 vom 28.07.2004

Ich hätte, bitte, auch in dieser Kolumne einmal eine These. Sie lautet: Das Sommergefühl verändert sich mit der Zeit weniger als das Wintergefühl. Beweis: das Editorial aus Nummer 14/84. Dort stand unter dem Titel "Saisonale Schwankung": "Lesen Sie gern Stadtillustrierte? Dann ist Ihnen längst klar geworden, dass Sie sich im einer ,strahlenden Saison' befinden, ,zu heiß, um wahr zu sein.' (...) Kurzum, es ist Sommer, und man hat als Journalist nichts zu sagen. Nicht einmal die Sonne brennt einem auf die Glatze, auf der man seine Locken dreht. Meisterfriseur Adabei ist traditionellerweise bei Franz Antel zu Gast, der seinen Geburtstag mit einer traditionellen Sommerparty beging. Zwei Tage hatte er als perfekter Gastgeber am Buffet gekocht, obwohl er am nächsten Tag bereits nach Belgrad musste, wo er Vorsitzender der Filmfestival-Jury ist. Schöne Frauen, Minister Lanc, Pedro Kramreiter sowie Schauspieler Alfons Haider, der die Damen mit Witzen unterhielt, wurden gesichtet. Das hat Stil.

  Sie dagegen - schauen Sie sich an! Bestellen ein Falter-Abo, oder lassen sich das Blatt nachschicken, nur weil es ein paar Kisten Bier zu gewinnen gibt, oder einen Sprachkurs in Kalabrien. Blättern gelangweilt im Sommerteil, den wir Ihnen heuer wie jedes Jahr bieten (diesmal: Bier, Wien von oben). Rümpfen die Nase über unseren Sommer-Service im HEFT (diesmal: Sommerkultur, Spaß in und am Wasser). Ganz anders wir: Wir fahren nämlich, wie jährlich, auf einen Bauernhof, um unsere gewohnte Selbstbesinnungs-, Exerzitien, und Purgatoriumswoche abzuhalten, auf der wir nicht nur debattieren, diskutieren, räsonieren, sondern auch planen, kalkulieren und Beschlüsse fassen." Aber das ist eine andere Geschichte. A.T.


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