Gefängnisse abschaffen!

Vorwort | ALFRED J. NOLL | aus FALTER 31/04 vom 28.07.2004

STRAFVOLLZUG Wir müssen wieder um die gefängnislose Gesellschaft streiten. 

Unsere neue Justizministerin äußerte sich letzthin zum Strafvollzug in Österreich - und ließ sich dabei mit einem überdimensionierten Schlüssel fotografieren. Es sah nach Aufbruch aus. Alte Abolitionisten überkam Hoffnung: Macht sich jetzt ein Regierungsmitglied daran, einen totgeschwiegenen Missstand zu beseitigen? Ab in die Strafanstalten? Aufsperren? Rauslassen?

  Die Symbolik hat getrogen. Konsequent soll fortgesetzt werden, was auch schon bisher geschieht. Das Wegsperren soll in Zukunft mit etwas größerer Mannschaftsstärke besorgt werden. Und wenn man schon Gesetze mache, die zu Haftstrafen führten, dann sollte man auch bereit sein, die dafür notwendigen Budgetmittel bereitzustellen. Vielleicht ist es ja noch ein Glück, dass die Dame gar so fantasielos ist und ihr zum Thema "Haft in Österreich" nicht mehr einfällt, als vom Bisherigen etwas mehr zu fordern: mehr Haftplätze, mehr Justizwache,


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