STANDPUNKT

Super! Oder?

Politik | aus FALTER 31/04 vom 28.07.2004

Man merkt die Absicht - und es funktioniert trotzdem. Jedes Jahr, wenn uns die Regierung erklärt, warum sie die Pensionen kürzt, weil nämlich das System kracht, bekommt man ein schlechtes Gewissen: Immer noch keine Privatvorsorge abgeschlossen? Tsztsztsz. Dabei unterstützt der Bund das doch mit einer Superförderung von neun Prozent. Also: schnell abgeschlossen, oder? So einfach ist die Sache nicht. Privatpensionen sind auch nicht sicherer als staatliche und hängen genauso von Bevölkerungsentwicklung und Wirtschaftswachstum ab. Sie funktionieren zwar nicht nach dem Umlageverfahren, bei dem die Beiträge der Kinder und Enkelkinder direkt den Großeltern zugute kommen. Doch auch die Pensionen, die wir eines Tages von den Privaten bekommen werden, müssen von nachfolgenden Generationen erwirtschaftet werden. Allerdings, das ist ein Vorteil gegenüber dem staatlichen System, nicht nur von unseren eigenen Nachkommen. Ein geschickter Anleger könnte von einer guten Wirtschaftsentwicklung im Ausland profitieren. Theoretisch. Praktisch muss eine Versicherung vierzig Prozent des eingezahlten Kapitals an der Wiener Börse anlegen, will sie an die erwähnte staatliche Superförderung kommen. Und schließlich wollen die Banken und Versicherungen etwas verdienen und schneiden mit ihren Spesen auch noch mit. E. W.


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