Staatsanwalt Walter Geyer

"Schwarzmarkt austrocknen"

Politik | aus FALTER 31/04 vom 28.07.2004

Staatliche Abgabe von harten Drogen? Arbeit statt Gefängnis? Walter Geyer, soeben zum Leiter der Wiener Jugendstaatsanwälte ernannt, erklärt, warum das sinnvoll sein kann. Im Falter-Gespräch plädiert er für eine Wende im Strafrecht.

Falter: Ist die Justiz strenger geworden?

Walter Geyer: Nein, die Lage hat sich geändert. Immer mehr Schwarzafrikaner, die den Drogenhandel in Wien organisieren, landen bei uns. Die Polizei hat ihre Strategie geändert. Früher hatten sich die Fahnder auf Großhändler konzentriert. Seit einem Jahr werden vor allem afrikanische Straßenhändler ins Visier genommen. Sehr oft geben die sich als Jugendliche aus, damit sie in den Genuss milderer Bestimmungen kommen. Wir schätzen, dass der Prozentsatz derer, die gar keine Jugendlichen sind, aber dennoch im Jugendgefängnis sitzen, bei ungefähr fünfzig Prozent liegt. Das wirkt sich gravierend auf die Haftstatistik aus.

Das bedeutet, dass immer mehr Erwachsene im Jugendgefängnis sitzen?

So ist es.

Wird Wien deshalb

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