OHREN AUF! Was dem DJ fehlt

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 31/04 vom 28.07.2004

Zahllos die Versuche, Werke der klassischen Avantgarde mithilfe von DJs einem Remix zu unterziehen, der der strengen Neutönerei neue Aspekte abringen soll. Selten jedoch gehen derartige Experimente so gut auf wie beim New Jazz Meeting 2002, das der Südwest-Rundfunk im kuscheligen Kurort Baden-Baden veranstaltete.

Der ehemalige Ö1-Journalist Reinhard Kager kuratierte dort das Projekt "Trio x 3", das nun auf einer Doppel-CD dokumentiert ist (Hatology/Harmonia Mundi), und griff dazu auf seine Kenntnisse der österreichischen Musikszene zurück: Mit einem Trio für Saxofon, Flöte und Klavier aus dem "Differenz/Wiederholung"-Zyklus ("DW 1.2") des Oberösterreichers Bernhard Lang gab Kager ein Werk zur Bearbeitung frei, das sich wie wenige andere dazu eignet: Angeregt von Gilles Deleuze etablierte Lang darin eine Kompositionsmethode, mit der er scheinbar banales Material durch stetig verfremdende Wiederholung in Schleifen ("Loops") virtuos manipuliert und ihm dabei überraschende Ergebnisse


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