Ab- und Zufall nach Plan

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 31/04 vom 28.07.2004

FILM Mit ihrem "Ladykillers"-Remake machen die Coen-Brüder aus einer Krimikomödie ein Stück Konzeptkino, das zweifellos als großer Spaß gedacht war. 

Als "Neo-Noir" werden Filme der Brüder Joel und Ethan Coen nicht zuletzt deshalb etikettiert, weil in ihnen oft eigendynamische Ereignisverkettungen den kriminellen Plan einer Bande durchkreuzen. Der Zufall geht um und mit ihm der Zerfall der Gang einher, wie im Old-School-Film-Noir. Der Neo-Aspekt liegt darin, dass sich in Filmen der Coens schicksalhafte Zufallsmacht nicht in "ganz anderen" Figuren wie etwa der Femme Fatale verkörpert, sondern in Formen einer hartnäckig unbeirrbaren Alltagsnormalität. Im Entführungskrimi "Fargo" waren dies die unheimlich anmutende Kitschstatue eines Holzhackers, die fast beängstigende Gelassenheit, die im Dialekt der Polizistin und der anderen Gscherten mitschwang, und die alles einhüllende Winteratmosphäre. An solchen Phänomenen unerschütterlicher Zeit, die immer Un-Zeit ist, scheitert die


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