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Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 31/04 vom 28.07.2004

LITERATUR Der Brite David Mitchell empfiehlt sich mit dem ungewöhnlichen Wälzer "Chaos" als Autor der Zukunft. 

Der beachtliche Umfang des Buches führt in die Irre: David Mitchell ist nicht der 734. Autor, der sich am großen amerikanischen Roman versucht. Wie denn auch, schließlich stammt der weltenbummelnde Schriftsteller aus England. Aber auch sonst unterscheidet sich sein Buch angenehm von den am Reißbrett entworfenen Familientableaus, die einem zuletzt als erzählerische Meisterleistungen verkauft wurden.

  "Chaos" dagegen fährt überwiegend Figuren auf, die sich einzelkämpferisch durchs Leben schlagen und tagelang nur mit der Stimme im eigenen Kopf kommunizieren. Was womöglich näher an der heutigen Wirklichkeit dran ist als so mancher so genannte realistische Roman, in dem noch die kaputtesten Typen in den unmöglichsten Situationen tiefsinnige Dialoge über alle nur erdenklichen Themen führen.

  Obwohl das Personal in dem neunteiligen Episodenroman also vorwiegend ins


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