STADTRAND

Irgendwas und mehr

Stadtleben | aus FALTER 31/04 vom 28.07.2004

Wenn ein Frisiersalon schon "Haare und mehr" heißt, dann sollte man vorsichtig werden. Denn: Der hier die Schere schwingende Figaro möchte einem zum Haarschnitt nicht nur völlig überteuerte Pflegespülung und extra unnötiges Spezialhaarwachs andrehen, sondern auch gänzlich branchenfremde Produkte. Ein Szenefriseur hat wohl mal damit begonnen, Taschen und Designerfummel anzubieten, die zumindest hinterfragenswert wären. Prompt zogen die Kollegen nach, stellten ebenfalls Plastiktaschen, bedruckte Shirts, Designermöbelstücke und "mehr" in die Auslage. "Mehr" ist gefährlich. (Fast so gefährlich wie beknackte Friseurnamen - "Haarscharf", "Stufenschnitt", "Kopf, Stein, Pflaster".) Das Kaffeegeschäft hat schließlich auch mit einem ganz kleinen "Mehr" angefangen, und was ist passiert? Demnächst wird man dort zum frisch gemahlenen Kaffee wohl Fertigteilhäuser, Hochseeyachten, Betonmischmaschinen und Sitzgarnituren bekommen. Und "mehr". Apropos Kaffee: Auch so eine typische Zugabe beim Friseur. Kamm, Schere, Messer und Seife: Könnte bitte mal wieder jemand das Thema Haareschneiden einfach auf diese Dinge reduzieren? Ja, gut, Musik darf vielleicht auch noch erlaubt sein. Aber nur, wenn keine CDs verkauft werden. Und wenn keiner mitsingt. C. W.


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