DIE NEUE KOMMISSION

Mainstream und Mittelmaß

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 32/04 vom 04.08.2004

Langsam verblasst die Erinnerung an das role model unter den EU-Kommissionen, an das Kollegium unter Jacques Delors, das als visionärer und energischer Reformmotor agierte. Auf Delors folgte der blasse Jacques Santer, dessen Kommission zwar passable Arbeit leistete, aber nach einer Reihe von Skandalen in Schimpf und Schande unterging. Schon deshalb wurde der unbestechliche Italiener Romano Prodi vor vier Jahren mit viel Vorschusslorbeeren bedacht - nur um dann erratisch und schwach zu agieren und praktisch alle Hoffnungen zu enttäuschen. Und nun also die Kommission von José Manuel Barroso, von der kaum jemand mehr etwas Positives erwartet und die allenfalls zu dem eigentümlichen dialektischen Optimismus Anlass gibt, dass sie die Erwartungen, die in sie gesetzt werden, nur mehr übertreffen könne. Prodi hatte viel versprochen, nichts gehalten; womöglich ist das bei Barroso genau umgekehrt.

  Auf viel kann solcher Optimismus freilich nicht bauen. Da sind zunächst die handelnden Personen


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