Das letzte Tabu

Politik | JULIA ORTNER | aus FALTER 32/04 vom 04.08.2004

DROGEN Zürich plant die kontrollierte Kokainabgabe an Schwerstabhängige. Ein Tabubruch, auch im einstigen Vorreiterland der Drogenpolitik. 

Der arme Junkie kriegt seine Herointabletten bei der Züricher Abgabestelle und geht dann wieder brav nach Hause, fällt auf der Straße nicht weiter ungut auf. Daran haben sich die Schweizer in den vergangenen zehn Jahren gewöhnt. Aber Kokain vom Staat für Suchtkranke oder "Gratiskoks für Manager", wie es die eingefleischten Liberalisierungsgegner nennen - das ist heute auch in der Schweiz, dem einstigen Vorreiterland in Sachen moderner Drogenpolitik, ein Aufreger.

  In Österreich fordern jetzt Experten wie Staatsanwalt Walter Geyer die staatlich kontrollierte Heroinabgabe an Schwerstabhängige (Falter 31/04). Zürich plant derzeit schon den nächsten Schritt, ein Pilotprojekt zur kontrollierten Kokainabgabe an Schwerstabhängige. Ein Vorhaben, an dem der Glaubenskrieg der Neunziger wieder auszubrechen droht. Soll der Staat den Dealer machen


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